Tag 3 – 3.11.2015 29Palms, CA – Blythe, CA

Den Wecker hatten wir auf 5 Uhr gestellt, aber noch schlägt der Jetlag zu und ich war schon um 4 Uhr wach. Zum Glück gibt es schon ab 05:30 Frühstück im Hotel. Wir frühstückten eine Mischung aus Hoteldingen und Mitgebrachtem. Das Müsli mit Joghurt schafft eine gute Grundlage, besser als Waffeln oder Weißbrot.

Heute stehen einige Wanderungen auf dem Plan, wir beginnen mit dem Fortynine Palm Oasis Trail, diesen erreicht man vom Highway 62 aus über die Canyon Road.

Der Parkplatz ist leer. Als wir unsere Sachen packen, kommt noch ein weiterer Wagen an, es scheint ein Ortsansässiger zu sein, denn er ist fix fertig mit dem Packen seines Backpacks und rennt auch schon los.

Gut, dann gibt es keinen Stau auf dem Weg.

Wir lassen uns Zeit, schnüren die Wanderschuhe, packen ein paar Sachen ein und können uns noch nicht ganz entscheiden, was wir tragen sollen: lange Hosen, kurze Hosen, Jacken oder nicht? Es ist in der Früh recht kühl, mittags kommt dann für 2-3 Stunden Wärme und am Nachmittag/Abend wird es schnell kühler. Also lange Hosen und einen Pulli, dazu die Weste.
Die dicke Jacke bleibt im Auto greifbar liegen, man weiß ja nie.

Um halb 8 Uhr wandern wir los, es geht bergauf und zwar 248 Meter, das fällt uns aber nicht schwer, denn wir werden immer wieder mit tollen Aussichten auf das Tal und 29 Palms belohnt, wir lassen uns Zeit. Stehen einfach da, gucken in die Ferne, genießen die absolute Stille, die nur ab und an von einem im Tal fahrenden Dodge Ram gestört wird.
Oben angekommen sehen wir schon die Oase auf der anderen Seite. Wow, das schaut toll aus, jetzt nur noch die 240 Meter wieder runterlaufen zu diesem schönen Flecken Erde.

Als wir fast unten sind, kommt uns der andere Hiker wieder entgegen, gutes Timing.

Wir genießen den Aufenthalt unter den Palmen sehr, ob es auch wirklich 49 sind, habe ich nicht gezählt, kann aber sein. Ein schöner Ort in jedem Fall, im Sommer sicher eine wahre Wohltat, hierher zu wandern, heute frösteln wir leicht im Schatten.

Unter den grünen Palmen machen wir eine längere Pause und einige Bilder und saugen die Luft und die Stille in uns auf.

Dann machen wir uns wieder auf den Rückweg, kurz vor Ende kommen uns dann noch zwei Frauen entgegen. Eine brüllt uns an: „Where are you from?“ Aber echt keine Frage, mehr ein Befehl, wir sind so geschockt, dass wir erstmal gar nichts sagen. Auf dem Weg runter müssen wir sehr lachen, das war echt lustig, wie sie uns angebrüllt hat.

Für die 4,9 km waren wir gut zwei Stunden unterwegs, und wir haben jeden Meter genossen.

Weiter geht es, wir tanken, füllen unsere Kühlbox mit Eis und fahren dann in den Park hinein. Heute aber vorbei am Barker Dam, Skull Rock, Arch Rock bis zum Cholla Cactus Garden.
Der Parkplatz ist heute recht gut gefüllt, es sind viele ältere Leute unterwegs, die sichtlich die kühlen Temperaturen genießen.

Diese Chollas sehen klasse aus, also fix raus aus dem Auto. Ich gehe erst mal mit Turnschuhen raus, dann fällt mir ein: keine gute Idee, gehe zurück und ziehe mir meine Lowas an.
Als ich wieder zu Mario gehe, hat es ihn schon erwischt. Er kommt zum Auto zurück mit einem Cholla an Bein und Schuh. Gut, dass er eine lange Hose anhat. Mir tut er ja leid, aber etwas schmunzeln muss ich doch. Gut, dass es mich nicht erwischt hat.

Die Dinger krallen sich mit kleinen Widerhacken ganz schnell fest und man bekommt sie ohne Hilfsmittel nicht raus. Also hole ich erst mal die Pinzette aus dem Koffer (ein grobzinkiger Kamm soll zum Entfernen der Dinger am besten sein, aber den hatte ich nicht dabei). Mit der Pinzette gelang es dann einigermaßen, Mario von den Stacheln zu befreien. Zum Glück hat er keine Verletzung davongetragen.
Trotz des unschönen Erlebnisses mit den Chollas liefen wir den kleinen Lehrpfad, aber ganz vorsichtig. Böse, böse Chollas.

Die sehen so wuschelig aus, heißen auch Teddybears, aber sie sind teuflisch. Einfach mal bei youtube „Cholla“ suchen, da kommen ein paar krasse Videos.

Weiter geht es nach Süden auf der Parkstraße bis zu unserem nächsten Hike, am Cottonwood Spring Campground und Visitor Center. Dort startet der Lost Palm Oasis Trail.

Der Parkplatz hier ist sehr gut gefüllt, wir finden aber noch einen letzten Platz. Unten in der Oase ist es auch wunderschön. Neben zahlreichen Kakteen stehen dort auch ein paar Herbstbäume, wir halten uns erstmal eine Weile hier auf und erfreuen uns an dem Grün.

Wir laufen den Trail zum Mastodon Peak, dieser soll 2,4 (3,8 km) Meilen lang sein, am Ende sind wir dann aber 5,1 km gelaufen.

Dieser Trail war aber besonders schön, wir folgten immer dem Schild Mastodon Peak, und es ging immer höher. Dann musste man klettern, um auf den Peak zu kommen, erst traute ich mich nicht, aber dann wagte ich es und wir wurden mit einer wunderschönen Aussicht bis auf den Salton Sea belohnt. Wow, einfach toll.

Wenn hier oben nicht noch andere Leute gewesen wären, die die Stille und Stimmung mit belanglosen Gesprächen gestört haben, wären wir hier noch sitzen geblieben. Aber da saß doch tatsächlich eine Frau, die ihr Smartphone rausgeholt hat und sich freute, da oben Empfang zu haben und das musste sie allen mitteilen. „We don’t give a shit“, aber das haben wir ihr natürlich nicht gesagt.

Lieber machten wir uns auf den Rückweg. Die Zeit vergeht doch recht schnell und wir wollten noch etwas gutes Licht für Fotos auf dem Weg nach Blythe erhaschen.

Nach gut 2 Stunden gegen halb 3 Uhr waren wir am Auto zurück und machten uns auf den Weg raus aus dem Park in Richtung Interstate-10.

Dieser Abschnitt der Interstate war bis vor kurzem noch gesperrt, weil eine Brücke nach einer großen Flash Flood eingestürzt war. Heute war wieder alles gerichtet.

Im Desert Center gibt es die von uns so geliebten verlassenen Tankstellen und ein Café, also verließen wir die Autobahn an der Ausfahrt.

Das Licht war leider nicht ganz perfekt für die alte Tankstelle und das Café, aber dennoch machten wir natürlich jede Menge Bilder.

Auf dem großen Parkplatz standen einige LKW rum, die hier auf ihre entgegenkommenden Trucks warten, und die dann die Fahrer tauschen.

Wir liefen noch um das Café herum und wollten gerade im perfekten Licht loslegen Fotos zu machen, da kam einer der Truckfahrer ums Eck und sagte, dass wir hier besser keine Bilder mehr machen sollten, da es privat wäre und der Besitzer das nicht gerne hätte, er würde sozusagen etwas aufpassen, weil viel geklaut wird.

Wir sahen aber kein Schild oder so und stehlen wollten wir auch nicht, dennoch haben wir natürlich Respekt davor und brachen die Fotosession ab.

Wir laberten noch etwas mit dem Trucker, der uns einige Stories über die Tankstelle und auch über sich selber erzählte.
Er wollte gar nicht mehr aufhören zu erzählen, wir mussten ihn aber in seinen Stories unterbrechen, denn wir wollten los.

Entlang der I-10 war nicht mehr viel Interessantes zu sehen, für den Sunset hielten wir noch mal kurz an, an einem Feldweg. So richtig schön war aber weder die Stelle noch der Sunset am heutigen Abend. Ein paar Bilder sind es allemal geworden.

Als es dunkel wurde, kamen wir in Blythe an und checkten sogleich ins Hotel ein.

Kurz die Kameras an den Strom und weiter ging es zum Einkaufen dann zum Essen, wieder mal zum Denny’s.

Nach dem Essen die übliche Routine, Bilder einlesen, duschen, die Sachen für den morgigen Tag zurecht legen und ab ins Bett.

Wetter: 14°- 24°, sonnig mit ein paar Wölkchen
Sights: Cesert Center, Joshua Tree Nationalpark
Wanderungen: 49 Plams Oasis, Mastodon Peak
Abendessen: Denny’s, Blythe
Hotel: Comfort Suites, Blythe
Bewertung: sehr gut ++++
Bemerkung: große Zimmer