Tag 6 – 6.11.2015 Camp Verde, AZ – Fountain Hills, AZ

Camp Verde ist ein kleines Kaff mitten an der Interstate 17, die nach Phoenix führt.
Das Hotel ist schon etwas älter, aber ganz ok. Wir frühstücken Joghurt und Müsli.
Draußen ist es kalt, wir müssen Scheiben kratzen, ich frage an der Rezeption, ob sie einen Eiskratzer haben – nein.

Dann machen wir es eben in der guten, alten amerikanischen Tradition, lassen den Motor laufen, bis alles frei ist. Das dauert uns aber zu lange und wir helfen noch mit einer Plastikbox, die sich sehr gut dafür eignet, nach.

Das Wetter ist trotz der Kälte traumhaft, es ist klar und sonnig.
Erstes Ziel für heute ist der Tonto Natural Bridge State Park, dieser liegt auf dem Weg. Auf dem Highway 260 geht es wieder über die Berge über eine wunderschöne verschneite Strecke, leider kann man hier fast nirgendwo anhalten, um ein Bild zu machen.

Als wir den State Park erreichen, ist das Tor noch zu, wir müssen bis 9 Uhr ca. 10 Minuten warten. Pünktlich um 9 Uhr öffnet eine Rangerin das Tor und wir können hineinfahren.

Das Bild auf dem Schild des State Parks schaut ja schon mal toll aus, ich befürchte aber, dass das Licht heute morgen nicht gut steht für ein tolles Foto. Egal, wir haben Lust auf einen kleinen Hike und steuern gleich nach dem Zahlen von 10$ den hinteren Parkplatz zum Natural Bridge Trailhead an.

Mit uns geht gleichzeitig ein junges Paar los, die fragen uns erst mal, ob sie richtig sind. Klar, wir kennen uns bestens aus. Ein Blick auf den Plan hätte auch den beiden nicht geschadet. Hat der Park denn keine App bereitgestellt, so was aber auch, wie sollen sich dann Leute unter 25 zurechtfinden.

Wir lassen den beiden etwas Vorsprung und gehen erst mal zu den Viewpoints, wie vermutet, gibt es unten an der Brigde kein Licht.

Überall wird vor dem Weg hinunter gewarnt. Steil und rutschig, ja geradezu gefährlich. Na, das kann ja was werden, wir sind auf alles gefasst.

Wir laufen die ca. 800 Meter runter und fragen uns, wann es denn endlich gefährlich wird. Der Weg ist steil und es gibt ein wenig Geröll und unebene Stufen, aber das war es auch schon.

Erst unten ist ein Holzsteg mit Metallstufen ein wenig vereist und daher rutschig , aber das ist ja nur im Winter der Fall. Die Schilder oben kann man also, wenn man etwas gewohnt ist zu laufen, getrost ignorieren. Man muss jetzt nicht in Flip Flops laufen, aber normal festes Schuhwerk tut es.
Unten angekommen hole ich der Vollständigkeit halber und um natürlich von dem Mädel volle Bewunderung für meine Kamera zu bekommen, meine Kamera raus. „I love your camera“! Dann wollen sie natürlich auch noch wissen, wo wir herkommen. „Wow Germany“, sie schauen uns voller Bewunderung an, als wären wir von einem anderen Stern.

Ich mache erst mal zwei Bilder von den beiden mit ihrem kaputten I-phone. Die zwei verschwinden dann unter die Brücke, was auch immer die da wollen. Wir vermuten ja Nacktfotos, Sex oder noch eine Dummheit, die sie dann bei facebook posten können.

Wir verzichten auf das Weitergehen und gehen den Weg zurück nach oben.
Als nächstes wollen wir den Waterfall Trail versuchen, nach einigen 100 Metern stellt sich aber raus, dass der Weg gesperrt ist, das ist natürlich doof. Zurück zum Auto.
Dort machen wir ein zweites Frühstück und fahren dann weiter, den Park hätten wir uns sparen können, hatte ich schon mal irgendwie gelesen, aber jetzt weiß ich es auch.

Unterwegs entscheiden wir uns, doch über den Apache Trail nach Fountain Hills zu fahren anstatt wie zuvor geplant über den Highway 87. Wir kennen den Apache Trail zwar schon, aber wir haben Zeit und können dann auch heute noch im Lost Dutchman State Park etwas wandern.

In Payson machen wir noch einen kurzen Stopp zum Tanken und Eisholen, dann fahren wir nach einigen Kilometern auf die 188.

Die Landschaft ist schön, aber die anfängliche Freude über Saguaros lässt dann doch nach, wenn man sie dauernd sieht. Schon bald kommt der Theodore-Roosevelt-See in Sicht. Das schaut wieder sehr schön aus, wie der See plötzlich mitten im Nichts auftaucht. Runterfahren kann man nur, wenn man eine Fee zahlt, so machen wir nur schnell ein Bild von der Straße aus.

Hinter der schönen Brück nehmen wir den Highway 88, den Apache Trail. Am Viewpoint zur Brücke halten wir natürlich an.

2011 sind wir bereits den Apache Trail gefahren, bei 40°, aber es blühte überall, heute ist alles recht karg. Die schönen Aussichten werden leider immer wieder durch Strommasten getrübt. Dennoch macht es Spaß, diesen Weg über die staubige Piste zu fahren.

Irgendwann gegen 13:30 Uhr kommen wir dann im Lost Dutchman State Park an, dort zahlen wir 8$ und suchen den richtigen Parkplatz für den geplanten Trail. Wir wollen den 4 km langen Treasure Loop laufen, nicht sehr lang, aber immerhin etwas.

Erst mal machen wir ein Mittagspicknick.

Der Weg führt nach oben ca. 214 Meter, es ist anstrengend, wir ziehen das durch und laufen fast ohne Pause bis nach oben. Oben gibt es ein paar Steine zum Ausruhen, dort genießen wir die Schönheit der Landschaft. Die Ruhe eher nicht so, da man von überall her Geräusche hört, viele Stimmen von Leuten, Flugzeuge von Phoenix und Verkehr vom Apache Trail. Dennoch ist es natürlich sehr schön hier, gerne würden wir höher auf den Berg laufen, aber da gibt es keinen ersichtlichen Trail von dieser Stelle aus. Es gib zwar einen, aber den kann man nur mit genug Zeit laufen und heute würden wir das zeitlich nicht mehr schaffen.

Wir halten uns recht lang unterwegs auf, so dass wir für die 4 km fast zwei Stunden unterwegs sind.

Vor dem Sunset ist noch Zeit für die Goldfiled Ghosttown. Da ist die Hölle los, wir finden mit Mühe einen Parkplatz.
Als wir 2011 hier waren, waren wir alleine hier. Aber es waren auch 40°, da waren alle am See. Heute ist hier richtig Entertainment angesagt, die kleine Eisenbahn fährt alle 15 Minuten um den Ort und macht einen Höllenlärm. Hunderte laufen durch den Ort und bevölkern die Souvenirläden. Wir sehen uns das Treiben eine Weile an und machen einige Bilder.

Noch bevor die Sonne untergeht, machen wir uns auf den Weg nach Fountain Hills, das liegt etwas außerhalb von Phoenix. Wider Erwarten sind wir doch recht schnell über eine neue Umgehungsstraße dort angekommen und beziehen unser Zimmer im Comfort Inn. In der Nähe gibt es einen Target, wo wir kurz einkaufen fahren und nebenan ist ein Denny’s. Ob wir dieses Jahr auch noch mal woanders essen?

Schön warm ist es hier auch am Abend noch, ganz angenehm nach der Kälte in Sedona und Camp Verde.

Im Zimmer zurück die abendliche Routine, mit Fotos einlesen, duschen, Sachen packen für den nächsten Tag und dann geht es wie immer früh schlafen.

Wetter: Sonnig 0° in Camp Verde, tagsüber 18°am Apache Trail – 22° in Fountain Hills
Sights: Tonto Natural Bridge, Los Dutchman State Park,Goldfield Ghosttown
Wanderungen: Tonto Natural Bridge, Los Dutchman State Park
Abendessen: Denny's, Fountian Hills

Hotel: Comfort Inn, Fountain Hills
Bewertung: gut +++
Bemerkung: schöne Zimmer mit Balkon